RATGEBER
Gefunden bei Google und ChatGPT: Was Ihre Website dafür braucht
Ihre Kunden suchen nicht mehr nur bei Google, sie fragen auch ChatGPT. Was eine Website braucht, damit beide sie verstehen, und welche Ratschläge Sie getrost ignorieren können.
· 6 Min. Lesezeit · Catinity LLC
Wer heute einen Elektriker, eine Steuerberaterin oder ein Café sucht, tippt nicht mehr nur bei Google. Immer mehr Menschen fragen einen KI-Assistenten wie ChatGPT, oder sie lesen die KI-Übersicht, die Google über den Suchergebnissen zeigt. Die KI nennt dann ein paar Betriebe. Die Frage ist: Ist Ihrer dabei?
Die gute Nachricht: Es gibt keinen Geheimtrick. Die gleichen Grundlagen, die eine Website bei Google gut dastehen lassen, helfen auch in KI-Antworten. Google sagt das selbst: Für die KI-Übersichten und den KI-Modus gibt es keine zusätzlichen Anforderungen über die bewährten Grundlagen hinaus.
1. Inhalte, die Fragen beantworten
Suchmaschinen und KI-Assistenten wollen ihren Nutzern eine gute Antwort geben. Sie bevorzugen Seiten, die eine Frage klar und vollständig beantworten. Für Ihren Betrieb heißt das: Was bieten Sie an, für wen, wo, zu welchem Preis, und warum gerade Sie?
- Jede Leistung bekommt eine eigene, verständliche Beschreibung, nicht nur ein Stichwort in einer Liste.
- Ihr Ort und Ihr Einzugsgebiet stehen im Text, nicht nur im Impressum.
- Häufige Kundenfragen werden direkt auf der Seite beantwortet.
- Sie schreiben aus eigener Erfahrung. Google rät ausdrücklich zu Inhalten mit eigener Sicht statt zu Allgemeinwissen, das überall steht.
2. Eine Struktur, die Maschinen lesen können
Eine Seite muss nicht nur für Menschen gut aussehen, sie muss auch für Programme verständlich sein. Dazu gehören eine saubere Gliederung mit Überschriften, eine Sitemap, die alle Seiten auflistet, und eindeutige Adressen. Wichtig ist außerdem, dass der Text schon im ausgelieferten HTML steht. Seiten, die ihren Inhalt erst im Browser per JavaScript zusammensetzen, machen es Suchprogrammen unnötig schwer.
Strukturierte Daten sind zusätzliche Angaben im Quelltext, die etwa Firmenname, Leistung, Preis oder häufige Fragen eindeutig markieren. Für die KI-Funktionen von Google sind sie laut Google nicht erforderlich. Sinnvoll bleiben sie trotzdem: Angaben zu Firma, Artikeln oder Brotkrumen machen Ihre Seite für erweiterte Suchergebnisse geeignet. Die früher beliebten aufklappbaren FAQ-Ergebnisse zeigt Google seit 2023 allerdings nur noch für Behörden- und Gesundheitsseiten.
3. Tempo: Die Core Web Vitals
Google misst, wie schnell und stabil eine Seite für echte Besucher lädt. Diese Messwerte heißen Core Web Vitals. Gute Werte sind laut Google:
| Messwert | Was er misst | Gut ist |
|---|---|---|
| LCP (Largest Contentful Paint) | Wie schnell der Hauptinhalt sichtbar ist | höchstens 2,5 Sekunden |
| INP (Interaction to Next Paint) | Wie schnell die Seite auf Klicks reagiert | höchstens 200 Millisekunden |
| CLS (Cumulative Layout Shift) | Wie sehr die Seite beim Laden springt | höchstens 0,1 |
Gute Werte allein bringen Sie nicht nach oben, wenn der Inhalt nicht passt. Schlechte Werte kosten aber Besucher, bevor sie ein Wort gelesen haben. Warum programmierte Seiten hier im Vorteil sind, erklären wir in Programmiert statt zusammengeklickt .
4. Lokal sichtbar: das Google-Unternehmensprofil
Für Betriebe mit Kunden vor Ort ist das Google-Unternehmensprofil oft wichtiger als die Website selbst. Es erscheint in Google Maps und in der Kartenansicht der Suche, mit Öffnungszeiten, Bewertungen und Fotos. Ein vollständiges, aktuelles Profil mit regelmäßigen Beiträgen ist eine der wirksamsten Maßnahmen für lokale Sichtbarkeit. Wie wir das übernehmen, steht auf unserer Seite zum Google-Unternehmensprofil .
Was Sie getrost ignorieren können
Rund um die KI-Suche kursieren viele neue Ratschläge. Einige davon stellt Google in seinem Leitfaden zur KI-Suche (öffnet in neuem Tab) ausdrücklich richtig:
- Spezielle KI-Dateien wie llms.txt: Die Google-Suche verwendet sie nicht. Sie schaden aber auch nicht und können anderen KI-Diensten helfen. Bei Catinity gehören sie deshalb dazu, ohne dass wir Ihnen damit Google-Platzierungen versprechen.
- Texte künstlich in Häppchen zerlegen: Schreiben Sie für Menschen. Eine klare Gliederung reicht.
- Gekaufte Erwähnungen: Unechte Empfehlungen im Netz helfen weniger, als es scheint, und können als Spam gewertet werden.
Ihre Checkliste
- Steht auf jeder Seite klar, was Sie anbieten, für wen und wo?
- Gibt es eine Sitemap, und ist die Seite in der Google Search Console angemeldet?
- Steht der Text im ausgelieferten HTML?
- Gibt es strukturierte Daten für Firma, Leistungen und häufige Fragen?
- Erfüllt die Seite die Core Web Vitals?
- Ist Ihr Google-Unternehmensprofil vollständig und aktuell?
Wenn Sie bei mehr als einem Punkt unsicher sind, prüft unser Website-Check die technischen Grundlagen für Sie. Was eine neue Seite kostet und was sie danach im Betrieb kostet, steht in Was kostet eine Website wirklich? .
Häufige Fragen
Brauche ich etwas Besonderes, um in ChatGPT oder Googles KI-Übersicht aufzutauchen?
Für Google nicht: Laut Google gelten für die KI-Funktionen dieselben Grundlagen wie für die normale Suche. Hilfreiche Inhalte, eine saubere Struktur und eine schnelle Seite sind die beste Grundlage, auch für andere KI-Assistenten.
Hilft eine llms.txt bei Google?
Nein. Google sagt ausdrücklich, dass die Google-Suche llms.txt nicht verwendet. Die Datei schadet aber nicht und kann anderen KI-Diensten helfen.
Was sind gute Core-Web-Vitals-Werte?
LCP höchstens 2,5 Sekunden, INP höchstens 200 Millisekunden und CLS höchstens 0,1.
Brauche ich strukturierte Daten?
Für Googles KI-Funktionen sind sie nicht erforderlich. Sinnvoll bleiben sie für erweiterte Suchergebnisse, etwa zu Firma, Artikeln und Brotkrumen. Aufklappbare FAQ-Ergebnisse zeigt Google seit 2023 nur noch für Behörden- und Gesundheitsseiten.